HISTORISCH

Haan hat jetzt eine Kinderfeuerwehr

Historischer Tag für die Feuerwehr Haan:  Sie hat jetzt eine Kinderfeuerwehr. In einer Feierstunde, zu der die neuen Mitglieder und deren Eltern ebenso eingeladen waren wie Bürgermeisterin Dr. Bettina Warnecke, Kreisbrandmeister Torsten Schams und Fördervereinsvorsitzender Bruno Klein, wurde am Mittwoch, 26. April,  auf diesen besonderen Moment angestoßen. Carsten Schlipköter, Leiter der Feuerwehr, begrüßte die Gäste in der Feuerwache an der Nordstraße, wo sich die 15 Mädchen und Jungen von nun an einmal im Moment treffen werden.

Möglich geworden war die Gründung der Kinderfeuerwehr durch eine Änderung des nordrhein-westfälischen Brandschutzrechts im vergangenen Jahr. Dadurch können nun auch Kinder ab einem Alter von sechs Jahren in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen werden. In der Jugendfeuerwehr, die in Haan bereits seit fast 40 Jahren fester Bestandteil der Feuerwehr ist, sind Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren aktiv.

Feuerwehr-Leiter Carsten Schlipköter nennt das wichtigste Ziel für die Gründung der Kinderfeuerwehr: "Wir möchten den Mädchen und Jungen die Themen Feuerwehr und ehrenamtliches Engagement spielerisch näherbringen." Neben der Schule sollen sie in der Gemeinschaft Freizeit erleben. "Die Mädchen und Jungen legen sich in diesem Alter hinsichtlich ihrer Freizeitbeschäftigung häufig bereits langfristig fest. Damit bestand für uns oft gar keine Chance mehr, sie für eine Tätigkeit in der Jugendfeuerwehr zu begeistern", nennt Schlipköter einen weiteren Aspekt. Die Begeisterung für das Thema Feuerwehr ist in jungen Jahren hingegen besonders ausgeprägt; immer wieder gab es Anfragen, ob bereits jüngere Kinder angemeldet werden können. Das war aber aus rechtlichen Gründen nicht möglich: "Die Altersbeschränkung war für uns bindend", sagt Schlipköter.

Auch wenn Spiel und Spaß im Vordergrund stehen, würde sich der Leiter der Feuerwehr natürlich freuen, wenn bei den Mitgliedern durch das Mitwirken in der Kinderfeuerwehr ein Interesse an der Jugendfeuerwehr erwächst und später eine Tätigkeit in einer Einsatzabteilung. "Somit können die Mädchen und Jungen unsere Feuerwehrleute von morgen sein", so Schlipköter.

Nachdem die rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben waren, ist bereits im vergangenen Jahr mit der Planung für eine Kinderfeuerwehr begonnen worden. Mit Vanessa Greverath und Yvonne Lampe fanden sich zwei junge Frauen für die Betreuung der Mädchen und Jungen. Die beiden arbeiten als medizinische Fachangestellte in Kinderarztpraxen. Sie wurden nun in die Feuerwehr aufgenommen. Lena Wieland und Sascha Hepp, seit vielen Jahren ehrenamtliche Mitglieder in der Einsatzabteilung der Feuerwehr, sind ebenfalls als Betreuer tätig. Jürgen Müller, einer der beiden stellvertretenden Leiter der Haaner Feuerwehr, hat die Leitung der Kinderfeuerwehr übernommen.

Müller stellt klar, dass das Angebot für Kinder in diesem Alter ein besonderes sein muss: Bei Spiel und Spaß achte man auf möglichst häufige Bezüge zur Feuerwehr. "Es werden Hydranten gesucht, es wird kindgerechte Erste Hilfe vermittelt, mit kleinen Schläuchen gespritzt, und auch die Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr werden erkundet", blickt Müller auf einige der anstehenden Themen im diesjährigen "Dienstplan". Die Treffen sind einmal monatlich freitags ab 17.15 Uhr in der Feuerwache an der Nordstraße. Dabei wird die Kinderfeuerwehr zunächst mit 15 Teilnehmern starten - dieses Kontingent ist jetzt schon erschöpft, so dass vorerst keine weiteren Aufnahmen möglich sind. "Wir müssen erst noch Erfahrungen sammeln. Dann entscheiden wir, ob wir weitere Mitglieder aufnehmen können", erläutert Müller.

Bild: Die neuen Mitglieder der Kinderfeuerwehr mit (v. l.) Kreisbrandmeister Torsten Schams, Leiter der Feuerwehr Carsten Schlipköter, Leiter der Kinderfeuerwehr Jürgen Müller, Betreuerin Lena Wieland, stellvertretender Kinderfeuerwehr-Leiter Sascha Hepp, Bürgermeisterin Dr. Bettina Warnecke, Betreuerin Vanessa Greverath und Betreuerin Yvonne Lampe. (Foto: Mirko Braunheim)

 

     NEUJAHRSEMPFANG

Feuerwehr Haan rückt zu 7080 Einsätzen aus

Beim Neujahrsempfang der Feuerwehr Haan in der Feuer- und Rettungswache an der Nordstraße hat Wehrleiter Carsten Schlipköter am Abend des 6. Januar auf das abgelaufene Jahre zurückgeblickt und auf die anstehenden Herausforderungen geschaut. Mirko Braunheim, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, nannte in seinem Jahresbericht alles Wissenswerte aus dem zurückliegenden Jahr, in dem 7080 Einsätze absolviert wurden. Beide Beiträge sind als Download hier verfügbar.

Im Beisein zahlreicher Gäste, darunter Bürgermeisterin Dr. Bettina Warnecke und Kreisbrandmeister Torsten Schams, konnten auch Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen vorgenommen werden.

Zum Feuerwehrmann ernannt wurden Jonas Lütz und Sebastian Narjes.

Melanie Block wurde zur Oberfeuerwehrfrau, David Kleinsteinberg und Silvio Quade zum Oberfeuerwehrmann befördert.

Sascha Hepp ist nun Unterbrandmeister.

Die Beförderung zum Oberbrandmeister erhielt Martin Oberstraß.

Im neuen Brandschutzrecht ist erstmals die Wahl von Vertrauenspersonen in den Löscheinheiten vorgesehen. Die Mitglieder zweier Löschzüge wählten hierzu Melanie Block und Carsten Peters. Sie wurden im Rahmen des Neujahrsempfangs für die Amtszeit von sechs Jahren bestellt.

Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25-jährige Feuerwehrzugehörigkeit erhielt Denise Pichtemann. Seit 35 Jahren Mitglied der Feuerwehr sind Michael Limmer und Klaus Rotthaus, denen das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold verliehen wurde.

 

      FILM

Die Feuerwache von oben, links, rechts - und von innen

Stefan Voltmer und Tom Steinseifer waren fasziniert von der Architektur der vor drei Jahren bezogenen Feuer- und Rettungswache an der Nordstraße. Und vom Thema Feuerwehr. Mit ihrer Firma Aerocopterpyx haben sie einen tollen Film erstellt, der einen Einblick in die Feuerwache gewährt und das Gebäude aus ungewohnten Perspektiven zeigt.

360° - Feuerwehr Haan from Aerocopterpyx on Vimeo.


 

     WIR SUCHEN MITSTREITER

Die Feuerwehr Haan: Sei dabei!

In Haan sind die meisten Feuerwehrmitglieder ehrenamtlich tätig. Sie haben Berufe wie jeder andere auch, sind Maler, Koch, Industriekaufmann oder Fahrschullehrer. Doch wenn der Funkmeldeempfänger zum Einsatz ruft, dann begeben sie sich sofort zur Feuerwache und rücken mit den Feuerwehrfahrzeugen aus - zu Bränden, Unfällen, zu Hilfeleistungen. Für diese Aufgaben haben sie sich in ihrer Freizeit vorbereitet. Und sind mit Feuereifer dabei.

Doch es sind nicht immer alle Wehrleute zu jeder Zeit verfügbar. Deshalb suchen wir weitere Mitstreiter, die sich dieser faszinierenden Aufgabe stellen. Wir treffen uns in Haan immer dienstags um 19 Uhr an der Feuerwache, Nordstraße 25, und in Gruiten immer freitags um 19 Uhr am Gerätehaus, Bahnstraße 62. Lust, mal unverbindlich reinzuschauen? Dann einfach vorbeikommen, anrufen unter Telefon (0 21 29) 34 67 80, oder mailen an feuerwehr@stadt-haan.de. Wir nehmen dann gerne Kontakt auf. Das gilt natürlich auch für die Jugendfeuerwehr, die Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren aufnimmt - einfach melden, dann melden wir uns, dann kannst auch Du bei uns reinschauen!

Wir sind eine Truppe, die sich mit Leidenschaft engagiert. Gehörst Du bald auch dazu? Wir würden uns freuen.

 

    ZUSAMMENARBEIT

Rettungsdienst und Krankenhaus: Gemeinsam schnellere Hilfe für Schwerverletzte

Der Rettungsdienst der Haaner Feuerwehr und das St.-Josef-Krankenhaus ermöglichen schwer verletzten Patienten jetzt noch schneller eine umfassende medizinische Versorgung. Nachdem die Klinik als lokales Traumazentrum zertifiziert worden ist, haben die Rettungsassistenten der Feuerwehr und die Mitarbeiter des Haaner Krankenhauses nun in gemeinsamen Fortbildungen vertieft, wie sie noch besser Hand in Hand arbeiten, um die bestmögliche Versorgung von Patienten zu erreichen.

Anhand klarer Kriterien können Notarzt und Rettungsassistenten schon an der Einsatzstelle beurteilen, ob ihr Patient nach der Erstversorgung vor Ort vom Traumateam des St.-Josef-Krankenhauses weiterbehandelt werden soll. „Dazu zählen beispielsweise Unfälle, bei denen ein anderer Insasse gestorben oder jemand aus dem Fahrzeug auf die Straße geschleudert worden ist. Auch ein Sturz aus mindestens drei Metern Höhe oder ein angefahrener Fußgänger sind Kriterien, aufgrund derer das Traumateam tätig wird“, nennt Daniel Brandenburger, Notarzt und beauftragter Arzt des Krankenhauses für das Traumazentrum Haan, einige Beispiele. Das Team besteht aus Ärzten und Pflegekräften der Chirurgie und der Anästhesie und wird innerhalb des Hauses alarmiert. Es übernimmt den Patienten im Schockraum, der umgebaut und neu ausgestattet worden ist. „Dieser ist identisch mit denen regionaler und überregionaler Traumazentren“, erklärt Brandenburger. Die St. Josef Krankenhaus GmbH hat hierzu 130.000 Euro investiert.

Der Rettungsdienst behandelt die Patienten vor Ort, bis diese stabil genug sind, um im Rettungswagen transportiert werden zu können. „Wir versuchen, die Behandlung auf die erforderlichen Maßnahmen zu beschränken, um den Patienten so schnell wie möglich ins Krankenhaus transportieren zu können“, sagt Falko Okunneck, Lehrrettungsassistent bei der Haaner Feuerwehr. Zwar verfüge der Rettungsdienst über umfangreiche medizinische Ausstattung. Aber erst im Krankenhaus sei eine noch umfassendere Behandlung möglich.

Der Zeitfaktor spielt bei schwer verletzten Menschen eine entscheidende Rolle, erklärt Daniel Brandenburger: „Eine adäquate Behandlung innerhalb der ersten 60 Minuten ist entscheidend. Danach steigt die Sterblichkeitsrate deutlich an.“ Um die erforderliche Behandlung zu sichern, steht ständig ein Behandlungsplatz auf der eigenen Intensivstation zur Verfügung. Ist der Zustand des Patienten anhaltend schlecht, ist beispielsweise ein Neurochirurg erforderlich, ist eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus möglich. „Dazu arbeiten mehrere Kliniken im Bergischen Traumanetzwerk zusammen“, sagt Brandenburger.

Im ersten Halbjahr sind bereits sechs Patienten ins St.-Josef-Krankenhaus transportiert worden, die die Kriterien zur Alarmierung des Traumateams erfüllten. Brandenburger: „Das ist ungewöhnlich, denn statistisch gesehen werden lokale Traumazentren 5,6 Mal im Jahr in Anspruch genommen.“

Am 13. Juli sind 35 Mitarbeiter des Krankenhauses und sieben der Feuerwehr ganztägig in der Aula der Klinik gemeinsam fortgebildet worden. Dabei lernten die Teilnehmer beider Seiten mehr über die Arbeit und die Möglichkeiten der anderen. Auch verschiedene Behandlungen und Eingriffe wurden hier geübt. Schließlich gab es auch noch den praktischen Übungsfall: Ein Mitglied der Feuerwehr mimte einen Fensterputzer, der am Diabeteszentrum aus sechs Metern Höhe abgestürzt war. Nach der Versorgung durch Rettungsassistenten und Notarzt wurde er in den Schockraum des St.-Josef-Krankenhauses gebracht, wo das Traumateam die Behandlung übernahm.

 

   

   TIPP DER FEUERWEHR                                                                                                                              

Rauchmelder können echte Lebensretter sein


Jedes Jahr sterben in Deutschland 500 Menschen bei Wohnungsbränden. Viele von ihnen im Schlaf, denn sie riechen den Rauch nicht und werden nicht wach. Rauchmelder erweisen sich da als echte Lebensretter. Auch die Feuerwehr Haan hat schon mehrere Fälle erlebt, in denen Hausbewohner nur überlebt haben, weil sie Rauchmelder in ihrem Haus installiert hatten. Gerade erst war bundesweiter Rauchmeldertag - vielleicht auch für Sie ein Anlass, Ihr Heim und Ihr Leben besser zu schützen. Mehr Informationen gibt es im Internet:

www.rauchmelder-lebensretter.de